Spastik
Spastik ist ein chronisches und oft schmerzhaftes Syndrom, das die Mobilität und Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Schätzungsweise 150.000 bis 200.000 Menschen leiden in Deutschland an Spastik.
Eine Spastik tritt auf, wenn die für die Bewegung zuständigen Bereiche im Nervensystem geschädigt sind. Verantwortlich ist das sogenannte erste motorische Neuron. Dieses bezeichnet einen Abschnitt von Zellen, die Signale vom Gehirn zum Rückenmark senden. In unserem Rückenmark liegen wiederum Zellen, welche die Signale zum Muskel weiterleiten und diesen stimulieren. Die Muskelbewegung ist das Ergebnis einer feinen Abstimmung, die im Falle einer Spastik gestört ist.
Die Ursachen dieser Schädigungen können sehr unterschiedlich sein, wie zum Beispiel akute Verletzungen, Entzündungen oder chronische Erkrankungen. Die häufigsten Ursachen sind: Multiple Sklerose, Schlaganfall, Querschnittslähmung und Schädelhirntrauma.
Auch akute Durchblutungsstörungen, Halbseitenlähmungen (Hemiparesen) oder die zerebrale Kinderlähmung können eine Spastik zur Folge haben.
Eine Spastik ist eine krankhafte Erhöhung der Muskelspannung (Muskeltonus). Im Wachzustand sind bei jedem Menschen, auch bei scheinbarer Inaktivität, immer einige Muskelfasern angespannt. Diese Grundspannung ermöglicht beispielsweise, dass wir aufrecht sitzen und stehen oder den Kopf gerade halten können.
Liegt eine Spastik vor, so tritt bei der Dehnung eines Muskels ein Widerstand auf, die Muskulatur verkrampft. Dies ist im Gegensatz zur Muskelstarre (Rigor) umso stärker ausgeprägt, je rascher der Muskel passiv gedehnt wird. Der spastische Muskel reagiert auf Bewegung mit extremer Verkürzung, und eine Bewegung kann nur unter Anstrengung, teilweise unter Schmerzen, durchgeführt werden.
Für die Betroffenen äußert sich die spastische Tonuserhöhung als erhebliche Einschränkung der Mobilität. Aktive Bewegungen sind sehr mühsam und oft nur noch wenig kontrolliert möglich. Zusätzlich zur Spastik kommt es auch Ausfallsymptomen wie z. B. Paresen (Teil-Lähmungen), die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können.
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zuletzt verändert: 09.12.2010

