Bei einer Hormonersatztherapie gilt grundsätzlich der Leitsatz, so niedrig dosiert und so kurz wie möglich zu behandeln. Ziel ist es, die Beschwerden wirksam zu lindern, dabei jedoch die geringste Dosis einzusetzen, die einen ausreichenden Effekt erzielt. Dabei ist eine Hormonersatztherapie nicht völlig ohne Risiko, da je nach Dosierung, Dauer und persönlicher Gesundheit bestimmte Risken bestehen können. Aktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine auf die Patientin abgestimmte und zeitlich begrenzte HRT für viele Frauen wirksam und gut verträglich ist, wenn Nutzen und Risken ärztlich sorgfältig abgewogen werden.
Auch die Behandlungsdauer wird individuell festgelegt und regelmäßig überprüft. Im Durchschnitt wird eine Hormonersatztherapie etwa drei bis fünf Jahre angewendet, abhängig von der Stärke und Dauer der Beschwerden.
Nach Beginn der Therapie erfolgen zunächst engmaschigere Kontrollen, später werden in der Regel jährliche Kontrolluntersuchungen empfohlen. Dabei wird geprüft, ob die Behandlung weiterhin notwendig ist, gut vertragen wird oder angepasst werden sollte. Wenn sich die Beschwerden über längere Zeit gebessert haben, kann ein schrittweises Ausschleichen der Therapie erwogen werden. Dies erfolgt individuell und langsam, um mögliche erneute Beschwerden rechtzeitig zu erkennen.
Idealerweise wird die Therapie vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach der Menopause begonnen, da in diesem Zeitraum das Nutzen‑Risiko‑Verhältnis am günstigsten ist. Studien zeigen, dass sich bei einem deutlich späteren Beginn der HRT alters‑ oder gefäßbedingte Vorerkrankungen stärker auswirken und mögliche Risiken zunehmen können.